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KLEINE TAPETENKUNDE

EMPFEHLUNGEN ZUR VERARBEITUNG VON TAPETEN

Papiertapete
Papiertapeten bestehen aus ein(Simplex) oder zweischichtigen(Duplex) Papierlagen.
Sie werden je nach Stärke in leichte(90-120g/m2), mittelschwere(120-150g/m2) und schwere Tapeten(150-180g/m2) unterschieden. Sie sind glatt oder weisen eine Gaufrage(leichte Prägung)auf. Die Oberfläche wird mit verschiedenen Techniken bedruckt und dann meist mit einem schützenden Überzug versehen, der die Tapeten wasch- bzw. scheuerbeständig macht.
Vliestapete
Vliestapeten erfreuen sich wegen ihrer Verarbeitungsvorteile großer Beliebtheit. Der Vliesträger besteht aus speziellen Zellstoff- und Polyesterfasern, die mit polymeren Bindemitteln gefestigt sind. Vliestapeten sind in jedem Zustand dimensions- und maßstabil, auch bei starker Kleisterdurchfeuchtung. Sie können ohne Einweichzeit direkt in ein Kleisterbett auf den Untergrund geklebt werden. Vliestapeten sind schwer entflammbar, wasserdampfdurchlässig, UV-beständig und bei Renovierungsarbeiten wieder trocken abziehbar.
Materialprüfung
Jede Tapetenrolle trägt auf beigelegtem Produktzettel eine Anfertigungsnummer. Um eine Farbabweichung zu vermeiden, achten Sie auf gleiche Anfertigungsnummer der Tapetenrollen, die Sie auf einer Wand bzw. in einem Raum verarbeiten wollen. Achten Sie während des Zuschnitts der Bahnen auf weitere Mängel, um eventuelle Beanstandungen vor der Klebung festzustellen.
Zuschnitt
Beim Zuschnitt der Tapetenbahnen entsprechen der Raumhöhe, ist auf den eventuell vorliegenden Rapport und den unterschiedlichen Ansatz zu achten. Der Rapport gibt den Wiederholungsabstand eines wiederkehrendes Musters an. Der Ansatz beschreibt ob und wie die nächste Tapetenbahn an die vorherige angelegt wird.
gerader Ansatz: gleiche Muster werden in gleicher Höhe nebeneinander geklebt.
versetzter Ansatz: das Muster der nächsten Bahn wird um die Versatzangabe verschoben.
gestürtzt kleben: jede zweite Bahn wird in umgekehrter Richtung geklebt
Untergrundbeschaffenheit
Das Gelingen einer Tapezierung ist maßgeblich von der Beschaffenheit und der fachgerechten Vorbereitung des Untergrundes abhängig. Als Grundregel gilt: Der Untergrund muss trocken, tragfähig, gleichmäßig saugfähig, sauber und glatt sein. Untergründe mit Farbunterschieden müssen vor der Tapezierung mit durchscheinenden Tapeten entsprechend behandelt werden(z.B. pigmentierter Tiefgrund). Rauhe Untergründe und Risse sind mit geeigneten Spachtelmassen zu glätten bzw. zu füllen. Untergründe müssen von Leimfarben bzw. losen Anstrichen sowie von alten Tapeten befreit werden. Falls Trägerpapiere von spaltbaren Tapeten verblieben sind, müssen diese fest auf dem Untergrund haften. Stark bzw. unterschiedlich saugende Untergründe sind durch Grundbeschichtungen mit geeignetem Tiefgrund oder durch Kleben von Unterlagsstoffen / Rollenmakulatur zu egalisieren. Tiefgrund verbessert auch die Festigkeit von Putzuntergründen. Der Einsatz von Tapetenwechselgrund ermöglicht das spätere mühelose, bahnenweise, trockene Abziehen von Tapeten.
Kleister und Anbringung
Benutzen Sie entsprechend des Materials und der Schwere der Tapete handelsübliche Tapetenkleister und verwenden Sie ihn laut der durch die Hersteller angegebenen Verarbeitungshinweise. Papiertapeten werden auf einem Tapeziertisch von hinten eingekleistert, dann zusammengelegt und müssen je nach Stärke und Qualität meist 5-10 Minuten weichen (beachten Sie die Verarbeitungshinweise der Hersteller!). Die Tapetenbahn wird mit Hilfe einer Tapezierbürste von oben nach unten an die Wand gedrückt. Lufteinschlusse werden von Innen nach Außen herausgestrichen. Man verwendet je nach Tapetenart auch Tapezierrollen oder -spachtel. Bei dimensionsstabilen Tapeten(Vliestapete) kann der Kleister auch direkt auf den Untergrund gerollt werden. Die Tapetenbahn wird dann in das noch feuchte Kleisterbett eingelegt und angedrückt. Überstehende Ränder werden mit einem Cuttermesser abgetrennt. Die Trocknung soll unter günstigen Bedingungen erfolgen - Raumtemperatur nicht unter +15 C und über +20 C. Durchzug oder zu starkes Heizen kann zum Aufklaffen der Nähte führen. Die zu langsame Trocknung durch zu nierige Raumtemperatur kann ebenfalls zu Fehlern, wie z.B. Blasen führen.
Hinweis
Hier angeführte Ausführungen können nur als allgemeine Empfehlung verstanden werden. Achten Sie in jedem Fall auf Verarbeitungshinweise der jeweiligen Hersteller und/oder ziehen Sie einen Fachmann zu Rate. Da uns die jeweiligen Untergrundbeschaffenheiten und sonstigen Arbeitsbedingungen nicht bekannt sind, können Sie keine Haftungsansprüche aus obigen Ausführungen ableiten.

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